Montag, 25. Oktober 2010

Gerade auf meinem Nachttisch:


Momentan ist so tolles Wetter und ich habe so tolle Laune, dass ich euch mal ein bisschen daran teilhaben lassen wollte. In Form von Büchern, die ich gerade lese. Die spiegeln zwar nicht immer meine Stimmung wieder, aber manchen passen einfach.

Da hätten wir einmal:

- Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren. Ein famoses Buch, ich hab's zuletzt mir 12 oder 13 gelesen und fand es damals recht unheimlich. Und auch heute (nachdem es jahrelang im Regal stand und inzwischen schon etwas vergilbt ist) kann ich das Buch am besten tagsüber lesen. Hab's gestern mal abends versucht, aber die Wölfe und unheimlichen Gestalten sind ein wenig zu real beschrieben. Und dadurch, dass der kleine Karl, aus dessen Sicht das Ganze erzählt wird, andauernd Angst hat, wird man da selber irgendwie mit reingezogen. Aber es ist einfach eine seltene schriftstellerische Meisterleistung, die Astrid Lindgren da erbracht hat. Man merkt, dass Karl einfach noch sehr jung und naiv ist und doch erkennt man, was in seiner Umgebung vor sich geht und merkt auch genau beim Lesen, welche Stimmung gerade herrscht. Das können echt nicht viele Autoren!

- Flüsterkind von Mona Michelsen. Eigentlich überhaupt kein schönes Buch. Die Autorin wurde als Kind missbraucht und schreibt nun diesen offenen Brief an ihre Mutter. Und es ist grausam. Richtig grausam. Musste das Buch oft weglegen und mich einfach ablenken. Andererseits zeigt dieser Brief mal wieder die Ignoranz der Menschen. Ihre Mutter wusste davon und hat den Stiefvater trotzdem machen lassen. Ich weiß nicht genau, was mir das Buch im Endeffekt gegeben hat, bin noch am Verdauen. Aber es sensibilisiert auf jeden Fall, sich einfach mal ein bisschen mehr um seine Mitmenschen/Nachbarn/Freunde/Bekannten zu kümmern und vielleicht mal ein bisschen genauer hinzuschauen als sonst.

- Eine Biografie über Bob Dylan. Eigentlich ist es eher ein Fotobuch, wirklich viel steht nicht drin, aber die Fotos sind halt überaus ansprechend. Und es ist ganz nett, wenn man vorher nur seine Musik kannte und anfängt, sich mit ihm zu beschäftigen. Leider bleibt das komplette private Leben von ihm etwas auf der Strecke, aber dafür erfährt man, wo Bob Dylan zum Beispiel in England das erste Mal aufgetreten ist oder wo er seine Alben aufgenommen hat.


Ansonsten liegt noch Mansfield Park von Jane Austen neben meinem Bett, aber das ist mir momentan zu anstrengend für abends. (Ich kann den eben verlinkten Verlag übrigens sehr empfehlen, wenn man günstige, gebundende Klassiker sucht. Die Qualität ist natürlich nicht so dolle, aber immerhin ist es gebunden, sieht ohne den Schutzumschlag sehr schön aus - dieses hier ist beispielsweise gedeckt maigrün -)

Freitag, 15. Oktober 2010

Gutes tun.

Ich lese gerade No and Me, ein wirklich tolles Buch über ein hochbegabtes Mädchen, was ein Referat über ein obdachloses Mädchen hält und sich im Zuge dessen ausführlich mit dem Mädchen beschäftigt, es interviewt und so nach und nach ein Gefühl für das Leben auf der Straße und die Nöte anderer Menschen bekommt.
Vorher habe ich ein uraltes Buch von Otti Pfeiffer zum Thema Gewalt in Partnerschaften gelesen.
Wieso ich das erzähle? Zum einen ist No and Me ein Buch, welches man unbedingt gelesen haben sollte (ist auch nicht so dick) und zum anderen machten mich diese beiden Bücher nachdenklich. Gewalt in Partnerschaften und Frauen, die es zu Hause nicht mehr aushalten und deswegen aus dem häuslichen in ein Leben auf der Straße fliehen machen mich wütend. Und gleichzeitig fühlte ich mich hilflos. Bis mir einfiel, dass es sogenannte Frauenhäuser gibt. Auch im Zuge meiner beruflichen Zukunft habe ich mir überlegt, etwas für solche Einrichtungen zu tun. Als ersten Schritt würde ich gerne etwas an diese oder diese Organisation spenden.

Jetzt ist die Frage: Würdet ihr euch, sofern ihr in eine Situation geraten würdet, in der ihr die Hilfe dieser Frauenhäuser annehmen würdet, eher über Geschenke zum Geburtstag, einen ausgestatteten Kleiderschrank, abwechslungsreiche Versorgung oder allgemein ein angenehmes Umfeld freuen?
Ich nehme auch gerne konkrete Vorschläge an!

Montag, 11. Oktober 2010

Remember Me...?

Ich hab gerade diesen Film geschaut: Remember Me. Mit Robert Pattinson. Ja, ich weiß... ich war neugierig, wie er in diesem Film ist. Hatte mir neulich die Dali-Verfilmung mit ihm als Dali angesehen und war maßlos enttäuscht. Deswegen hab ich dieses Mal extra vorher die Frau in der Videothek meines Vertrauens gefragt, aber die hatte den leider noch nicht gesehen, meinte aber, dass da bisher keine Beschwerden kamen.
Und ja, was soll ich sagen? Die Story ist ganz nett (Junge hat Bruder verloren und er hat ihn gefunden, Eltern geschieden, kleine Schwester um die er sich rührend kümmert, der Vater ist ein reiches Arschloch. Trifft nettes Mädchen welches zufälligerweise die Tochter von dem Polizisten ist, mit dem der Junge neulich aneinandergeraten ist, das Mädchen hat ihre Mutter vor 11 Jahren verloren, sie wurde vor ihren Augen umgebracht), wobei "nett" in diesem Zusammenhang vielleicht ein bisschen zu übel formuliert ist... ;)
Jedenfalls kann man sich den ganz gut angucken. Wusste die ganze Zeit nicht, wo der Film hingehen soll, und als ich es dann relativ zum Schluss doch gemerkt habe, war ich doch etwas unvorbereitet. Es ging halt um 09/11 und der Typ stirbt in einem der Hochhäuser. Alle kriegen es woanders mit, alle sind wahnsinnig traurig und es ist auch wirklich gut gemacht, weil man bis zuletzt nicht weiß, dass der Junge in diesem Turm ist. Erst, als die Kamera rauszoomt und man sieht, dass er im 100. Stock oder so steht und im Hintergrund der zweite der beiden Twin Towers steht, wird einem das klar.
Ich würde gerne sagen "typisch Hollywood-Kitsch", aber irgendwie hat es mich doch kalt erwischt. Bis ich dann den deutschen Untertitel des Films gesehen hab: Remember Me - Lebe den Augenblick. Da hätte man sich das dann auch schon denken können... Gut, dass mir das erst hinterher aufgefallen ist.

Alles in allem würde ich ihn mir sicherlich kein zweites Mal ansehen, aber es war mal nett, Robert Pattinson in einer mehr oder minder gut gespielten Rolle zu sehen. Man konnte den leidenden Edward in seinem Gesicht doch tatsächlich für ein paar Szenen vergessen.

Eine Szene ist mir in Erinnerung geblieben:
Mädchen und Junge haben ihr erstes Date und sind essen, sie bestellt den Nachtisch zuerst und er guckt komisch woraufhin sie meint, dass sie während des Hauptganges auch umkommen könnte und dann den Nachtisch nicht hätte essen können. Deswegen isst sie das, worauf sie sich am meisten freut, immer zuerst.
Fand ich niedlich und könnte man auch auf andere Bereiche anwenden... und da gibt es sogar einen passendenden Buchtitel zu! Klebt als Motivation an meinem Kühlschrank :D

Montag, 4. Oktober 2010

London im Oktober - Die Ausbeute

Sooo, das Wochenende war mal wieder viel zu kurz für London und das Wetter war bis auf den Samstag morgen auch eher für die Katz', aber wir haben trotzdem was gemacht und vor allem: viel eingekauft.
Mein Ausbeute sieht wie folgt aus:
- Ein neuer Wintermantel (Foto folgt, wenn es auch wirklich Winter ist!)
- Eine ganz tolle Kette von einer sehr netten Designerin, von der ich leider nur weiß, dass sie Aki heißt.
- 2 CDs von Robbie Boyd (und schon wieder Musik... aber was soll ich machen, wenn es doch nunmal so viele tolle junge Leute gibt, die tolle Musik machen?)
- Eine CD von Mumford & Sons
- Ganz, ganz tolle Schuhe von Office Shoes London. Hatte sie heute schon an und sie sind unglaublich bequem!

Die Kette
und hier -tadaaa!- die Schuhe:

Wir waren natürlich auch wieder bei Waterstone's, Bücher gucken und oben im Café, das ist wirklich sehr nett, überall sitzen Leute mit Büchern oder sie reden über Literatur und trinken Wein. Das alles im 5. Stock, man hat bei gutem Wetter also wahrscheinlich einen tollen Blick über den Piccadilly Circus und die umliegenden Straßen.
Zwischendurch waren wir, um uns vor dem Regen zu schützen, im Hydepark, da ist so ein kleines Gebäude am Speaker's Corner, wo man überdacht sitzen kann. Dort sind wir dann spontan erstmal 45 Minuten eingeschlafen...


Und als ich wieder nach Hause kam, warteten dort für mich gleich mehrere tolle Überraschungen:
Mein Ex ist endlich ausgezogen und mein neuer Mitbewohner samt seiner zwei Katzen wohnt jetzt hier (er wäscht sogar regelmäßig ab, ich bin ganz angetan!) und ich hatte ein kleines Päckchen von nerdbirds bekommen:




















Und um endlich mal wieder etwas über Bücher zu schreiben: Ich hab gerade "Die Lady im Lieferwagen" von Alan Bennett gelesen. Der Brite hat auch "The Uncommon Reader", also "Die spuveräne Leserin" geschrieben, das charmante Buch über die Queen und deren Liebe zur Literatur, alles rein fiktional versteht sich. Er schreibt einfach toll. Sehr britisch, knapp und doch sehr genau erkannt und immer treffend. Die Lady aus dem Lieferwagen beispielsweise hatte er vor seinem Haus im Vorgarten leben und man hatte nach nichtmal 50 Seiten schon das Gefühl, als würde man sie selber mal gesehen haben. Und ab und dann diese trockenen Einschübe. Sehr humorvoll. Also, falls ihr mal an einem Buch (die sind fast alle rot und bei Wagenbach erschienen) von Alan Bennett vorbeilaufen solltet, schaut ruhig einmal rein!

Samstag, 25. September 2010

Jasper

Ich weiß, das hier ist eigentlich eine Plattform für Bücher, das Leben und Fashion. Was auch immer das heißen mag. Aber irgendwie bleibe ich doch immer wieder bei der Musik hängen. So auch bei ihm:

Jasper

Das erste mal bin ich vor einer oder zwei Wochen auf ihn gestoßen (worden, muss man sagen). Wir waren zu dritt, ich nenne es mal "Mädelsabend" auch wenn es eher was mit viel Wein und viel lauter Musik zu tun hatte als mit Sekt und Gekicher. Es war schon relativ spät, der Wein neigte sich dem Ende zu und wir waren bei Youtube und zeigten uns gegenseitig mehr oder minder gute Lieder. Irgendwann hat dann jemand dieses hier angemacht und auf einmal hat keiner mehr was gesagt. Wir drei starrten gebannt auf den Monitor, keiner sagte was und es war einfach nur... ich weiß auch nicht, gut.
Am nächsten Tag hab ich mir einige seiner anderen Lieder angeschaut und war immer noch begeistert. Er kommt aus Emden, was ich persönlich sehr sympathisch finde (es ist Ostfriesland!), aber das ist ja Geschmackssache. Außerdem trägt er eine Mütze (und die steht ihm besser als Ben) und klingt ein kleines bisschen wie der junge Reinhard Mey (auch nicht unbedingt was Schlechtes).
Kurzum: Ich finde es toll, dass man tatsächlich heute noch mit so ehrlich handgemachter Musik sein Geld verdienen kann und dabei noch nichtmal jahrelang im Geschäft sein muss. Habe mir die CD bestellt und warte nun sehnsüchtig, dass sie endlich ankommt.
In der Zwischenzeit findet man mich bei youtube oder eben hier um noch weitere Musik-Artikel in meinem Buch-Blog zu verfassen.

Freitag, 24. September 2010

Spectaculum 2010

Es ist zwar nun schon etwas her, aber ich bin erst seit gestern wieder regelmäßig ans Internet angeschlossen, deswegen folgen Bilder und mein Kommentar jetzt erst.
Um was es heute geht: Das Spectaculum gastierte wie immer dieses Jahr am ersten Septemberwochenende in Hamburg-Öjendorf. Wir hatten wundervolles Wetter (kein Vergleich zum letzten Jahr, da gabs nur Regen...), die Bands waren wirklich toll und die Stimmung ausgelassen, aber freundlich.

Hier haben wir einmal Rapalje, eine wirklich grandiose niederländische Folk-Band mit viel guter Laune: (viele Arme, Beine, Tartans und Instrumente...)

Und hier sind einmal die Männer von Saor Patrol (nicht Snow Patrol... auch, wenn das viele verstanden haben), aus Schottland mit einem Dudelsack, 3 Drummern und einer E-Gitarre die immer wieder für (meist) positive Überraschung gesorgt hat:(viel Bart, viel Ausstrahlung...)

Die Streuner waren auch noch da, aber von denen habe ich keine Fotos. Kannte die bisher nur von CDs und war ganz überrascht, dass die live noch mehr Freude machen. Egal, ob man die Texte vorher schon kannte oder nicht, spätestens in der Mitte des Liedes musste man einfach mitsingen.

Alles in allem war es ein überaus gelungener Ausflug, so randvoll mit neuen Eindrücken, Emotionen, guter Laune und überraschender Musik war ich lange nicht mehr!